Ketogene vs. kohlenhydratreiche Ernährung

Während einer klassischen, kohlenhydratreichen Ernährung nimmt der Energiebrennstoff Fett nur einen geringen Stellenwert ein. Im Kohlenhydratstoffwechsel (Glykolyse) muss zunächst der Blutzuckerspiegel sinken und die Glykogenspeicher in Leber und Muskulatur geleert werden, bis nennenswerte Mengen für den Energie-Mix (Kohlenhydrate und Fette) herangezogen werden. Dennoch gestaltet sich die Situation bei einem trainierten Kohlenhydratstoffwechsel nicht so einfach, da bei einem ansteigenden Energiebedarf der Energiebrennstoff Fett mit dem Energiebrennstoff Protein in direkter Konkurrenz steht.

Die Gluconeogenese (Abbau von Muskelprotein) ist nicht die effizienteste Möglichkeit der Energiegewinnung, jedoch greift der Körper auf jede erdenkliche Energiequelle zu, sobald er in einen Kohlenhydrat- bzw. Glykogenmangel gerät. Bekommt der Körper dann keine Nahrung zugeführt, fällt der Insulinspiegel weiter ab. Diese Mangelsituation reguliert der Körper, indem er auf das Muskelprotein als Energieträger zugreift. Durch den vermehrten Abbau von Muskelprotein verliert der Körper jedoch  einen erheblichen Anteil an Muskelmasse und einen geringen Anteil an Körperfett.

Dieser Sachverhalt ändert sich aber in der Ketose deutlich. In der Ketose stellt der Energiebrennstoff Fett (gespeichert als Depotfett) die primäre Anlaufstelle dar, sobald der Energiebedarf ansteigt. Deswegen spricht man auch vom sogenannten „protein sparing effect“ (d.h. den proteineinsparenden Effekt). Der Körper ist darin geübt, Fettsäuren zur Energiegewinnung zu oxidieren. Der Abbau von Muskelprotein wird deutlich runtergeschraubt. Eine ketogene Ernährung schützt während der Dauer der Nahrungsmittelunzulänglichkeit (Diät) die Muskulatur.

Eine interessante Studie zu der Thematik wurde unter der Leitung von Stephen Phinney (1983) durchgeführt, bei der die Studienteilnehmer in einer isokalorischen Ernährung bereits nach 1 Woche der Keto-Adaption auf eine positive Stickstoffbilanz zurückschauen konnten (positive Stickstoffbilanz = Retention, d.h. Erhalt von (Muskel-)Protein).

Werbeanzeigen